Advent unserer Tage

Epoche: 
Noviziat

Wir haben nicht begriffen das Licht, das Wort von Gott,
drum quält in Finsternissen uns jetzt die stumme Not.
Wer hört uns stammeln, beben, im Mund stirbt uns das Wort;
wir stieβen ja das Leben aus unsern Straβen fort.
Komm, o Maria, bring uns den Heiland,
daβ wieder Friede werde auf Erden!

Das Zeugnis des Propheten rief tausend Herzen wach,
wir wagten ihn zu töten, weil er uns schuldig sprach.
Er führte seine Jünger zum Gotteslamm, zum Licht,
uns aber mahnt sein Finger an Tod und Weltgericht.
Komm, o Maria, bring uns den Heiland,
daβ wieder Friede werde auf Erden!

Wir spähn nach einem Schimmer, doch keiner bricht sich Bahn;
die Schuld warf uns in Trümmer, bei uns klopft niemand an.
Ob wir dich auch verkannten, o Wort in deiner Welt,
schlag doch bei den Verbannten nun wieder auf dein Zelt!
Komm, o Maria, bring uns den Heiland,
daβ wieder Friede werde auf Erden!

Weibern, Weihnachten 1946